Eine Unsitte macht sich immer mehr im Stadtgebiet breit: Die Wolfsburger Verkehrsgesellschaft lässt zahlreiche Busse mit komplett zugeklebten Scheiben durch die Stadt fahren. Dies ist schon für den Großteil der Fahrgäste durch die Verdunkelung im Innenraum kein angenehmer Eindruck, für behinderte Menschen aber stellen diese Busse eine große Barriere im öffentlichen Nahverkehr dar.

„Gerade Sehbehinderte und auch ältere Menschen haben keine Möglichkeit, sich durch die Folie hindurch zu orientieren und können oft nicht mehr erkennen, wo sie sich befinden“, berichtet der Vorsitzende des Behindertenbeirates Wolfsburg, Norbert Meyer.

Für Jens Thurow von der CDU Stadtmitte ist es unverständlich, dass insbesondere die Stadt Wolfsburg als Konzernmutter Auftraggeber für viele Busbeklebungen ist. „Natürlich muss die WVG Einnahmen erzielen. Warum aber gerade für städtische Tochterunternehmen wie WOBCOM, LSW oder Bildungshaus komplett beklebte Busse sein müssen, werden wir auch im künftigen Sozialausschuss hinterfragen.“

Und Heike Werner ergänzt: „Wir planen gemeinsam mit dem Behindertenbeirat Ende September eine Aktion am Nordkopf, wo jeder einmal in einen Simulationsanzug schlüpfen kann, um die Probleme beim Busfahren hautnah zu erleben“.