Die neuen Vorstellungen der Stadtverwaltung, das Radfahren in der Fußgängerzone der Porschestraße auch tagsüber zu erlauben, stoßen auf deutliche Ablehnung bei den Christdemokraten.

„Zwar war die Freigabe der Fußgängerzone „Porschestraße-Mitte“ für den Radverkehr in den Abend- und Nachtstunden im Jahr 2016 richtig und wichtig“, so Vorstandsmitglied Jens Thurow, der auch 2015 in der städtischen Arbeitsgruppe „Leitbild Radverkehr“ vertreten war. Damals sei jedoch auch die fehlenden alternativen Umfahrungen, wie zum Beispiel in der Schillerstraße als Begründung für eine Öffnung herangezogen worden. Die Verwaltung habe dabei schon damals ausgeführt, dass auch in vielen anderen Städten eine ganztägige Öffnung nicht vorhanden sei.

Unverständnis herrscht auch beim Ortsrats-Fraktionssprecher Jan Sibbersen: „Die baulichen Verhältnisse mit den Pavillons lassen eine permanente Öffnung aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zu.“ Wie man am Hugo-Bork-Platz guten Gewissens das Fahrradfahren erlauben soll, wenn parallel die Außengastronomie läuft, sei ihm schleierhaft. Dazu kommen die zahlreichen Aktionstage der Stadt, die dort für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. „Wie sollen sich die Gäste dort sicher fühlen?“, fragt sich Sibbersen.

Daneben konterkariert die dauerhafte Freigabe eine weitere notwendige Belebung der Innenstadt. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass neben dem Einzelhandel neue Konzepte für die Porschestraße gefragt sind. Neben mehr Gastronomie müssen wir auch über mehr Veranstaltungen in der Fußgängerzone nachdenken“, erläutert der stellvertretende Ortsbürgermeister Günter Kirsch. Und Ortsratsvertreter René Neumann mahnt abschließend: „Wir dürfen bei der ganzen Freigabediskussion auch die vermehrt auftretenden E-Scooter in der Mitte der Porschestraße nicht vergessen! Was ist der Begriff einer Fußgängerzone noch wert, wenn sie doch wieder dem Verkehr überlassen wird?“